16. Abwasser

Am einfachsten sind Stecksysteme mit integrierten Gummiringen, die nur etwas Gleitmittel brauchen und (wichtig!) mit Gefälle verlegt werden. Die Hänge-WC-Schüssel ist praktisch bei der Bodenreinigung, verstösst aber gegen das "Gefälleprinzip", da das Abwasserrohr horizontal in die Wand geht und die Konstruktion sogar kleine Mengen Wasser in den Rohrübergängen stehen lässt. Mit sehr sauberem Arbeiten, sauberem Entgräten der Rohrenden und sauberem Einstreichen mit sauberem Gleitmittel sollte es sich trotzdem wasserdicht verschliessen lassen. Natürlich sollte dann die Schüssel auch bewegungsfrei aufgehängt sein, was bei all zu billigen Aufhängesystemen im Holzbau schwierig zu erreichen ist. Wir haben drei Anläufe gebraucht, bis es beim vierten Mal endlich wasserdicht geklappt hat. Die Schüssel wird nur nach Gefühl aufgehängt bzw. eingesteckt in die Abflussmanchette. Wenn es nachher tropft beim Spülen muss man die Schüssel wieder abhängen und Detektivarbeit verrichten. Dreischichtplatte gibt nach, auch die der Aussenwand zwischen den Ständern, woran in unserem Fall das WC letzendlich befestigt ist. Das Metallgestell der als "Komplettlösung" gekauften Toilette ist auch nicht steif genug unter der Last und Hebelwirkung eines auf der Schüssel absitzenden und aufstehenden Menschen. Dadurch entsteht eine Wackelbewegung auf die Abflussverbindungen, die sich vermutlich geringfügig öffnen. Mit Restholz konnte das alles ausgesteift werden. Strategisch angebrachte Plastikfolie hat Tropfwasser direkt heruntergeleitet, so dass klar wurde, woher es kommt und es sich nicht teilweise ins Holz der Vorsetzwand saugt und erst später heruntertropft. Der Abflussstutzen darf selbstverständlich nicht zu kurz sein, aber wenn er auch nur einen Hauch zu lang ist, übertragt er die minimalen Schüsselbewegungen auf das Abflussrohr und drückt die Verbindungen offen.

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